Weiße Flecken im Lebenslauf?

26.12.13, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

lps/Cb. Längere zeitliche Lücken im schriftlich bzw. online präsentierten Werdegang können spätestens im Vorstellungsgespräch problematisch werden, denn sie lassen beim gewünschten Arbeitgeber berechtigte Zweifel aufkommen. Auf mögliche Nachfragen sollte man sich deshalb vorbereiten. Typische Fragen könnten sein: „Was haben Sie denn nach Ihrem Abitur gemacht, warum haben Sie keine Ausbildung oder ein Studium begonnen?“ Noch direkter: „Der Zeitraum von Mai bis September erscheint uns ungeklärt, können Sie uns das erklären? Waren Sie arbeitslos?“ Bleibt ein mehrmonatiger oder gar überjähriger Zeitraum unerklärt, entstehen schnell Bedenken bezüglich Qualifikation und Motivation. Verbirgt sich hinter einer solchen Lücke Arbeitslosigkeit, Burnout oder gar „Nichtstuerei?“ Hat man sich aber bemüht, fachlich am Ball zu bleiben, könnte das ausgleichend wirken. Fortbildungskurse und Praktika sind Zusatzqualifikationen. Ehrenamtliche Tätigkeiten, soziales Engagement und Aushilfsjobs sind nichts Ehrenrühriges und brauchen nicht verschwiegen zu werden. Problematischer könnte die monatelange Rucksacktour durch Südamerika werden. Zwar fördern solche Aufenthalte Fremdsprachenkenntnisse, soziale Kompetenz und eigenverantwortliche Arbeit, doch ohne Nachweisbares in der Hand (zum Beispiel das Zeugnis eines zertifizierten Sprachkurses oder eines Praktikums) sinkt der Wert langer Auslandsreisen nach dem Abitur gegen Null. Hochstapeleien sind gefährlich. Erweisen sich später auch noch Zeugnisse über angebliche Abschlüsse als Fälschung, könnte das sogar strafrechtlich relevant werden. Bleiben unerklärbare Lücken übrig, bleibt nur noch, dazu zu stehen. Etwas Schönfärberei ist jedoch erlaubt, schließlich wirbt man in eigener Sache.

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